Familie fängt bei den kleinen Dingen an.

Andreas Hermann, Teamleiter Giesserei Betriebsratsvorsitzender 2014-2022

So häufig der Begriff des „Familienunternehmens“ im Zusammenhang mit mittelständischer Industrie betont wird, so selten wird genau erklärt, was das Besondere an einer Unternehmenskultur ist, die über Generationen aus eigener Kraft wachsen konnte. Andreas Hermann, der bei Gontermann-Peipers bereits Ende der 1980er-Jahre seine Laufbahn als Gießtechniker startete, dann Meister wurde und heute Betriebsratsvorsitzender ist, weiß allerdings sehr genau, was ein Familienunternehmen ausmacht: „Jeder einzelne Mitarbeiter zählt.“

Hermann, der jetzt seit über 27 Jahren im Unternehmen tätig ist, hat in seinem beruflichen Werdegang schon viele Situationen erlebt, die für die Wichtigkeit des Faktors Familie sprechen: „Das fängt bei kleinen Dingen an. Allein die Tatsache, dass man hier immer ein offenes Ohr hat. Ein Freund von mir, der lange Jahre schwer erkrankt war, hatte kurz nach seiner Genesung seine Arbeit verloren, weil man Angst hatte, er könnte wieder krank werden. Unser Chef hat ihn mit den Worten: „Dann tun wir mal so, als wäre er immer gesund gewesen“, bei uns eingestellt. Das zeigt eigentlich, worauf es hier ankommt: Verantwortung, nicht nur in Sachen Qualität, sondern auch im sozialen Miteinander.“

Die soziale Bindung im Unternehmen

Wie wichtig die soziale Bindung im Unternehmen ist, zeigt sich nicht nur in solchen Anekdoten, sondern auch im generellen Umgang miteinander. „Das wir als Familienunternehmen aufeinander Acht geben, uns kümmern, füreinander da sind, niemanden links liegen lassen, bekommt man hier immer wieder mit. Ob das der Mitarbeiter ist, der psychische Probleme hat oder der Kollege, der nach einem Unfall von Chef persönlich im Krankenhaus angerufen wird – „das ist tatsächlich ein bisschen wie in einer gesunden Familie, wo jeder für jeden da ist. Das gute Miteinander, der achtsame Umgang über Hierarchieebenen hinweg, sind exemplarisch für Gontermann-Peipers.“ Nicht nur, was die Gesundheit angeht, auch in Sachen Arbeit. „Ich kenne kein Industrie-Unternehmen, dass gegenüber den Mitarbeitern  so offen und transparent ist, wie Gontermann-Peipers.“, so Hermann. „Ob das Sachen wie unser Haustarifvertrag oder das Monatsergebnis sind, man lässt die Mitarbeiter daran teilhaben und legt alle wichtigen Zahlen offen. Das hat sicher auch was damit zu tun, dass man hier sehr viel auf Vertrauen setzt. Wie in einer intakten Familie.“

Das wir als Familienunternehmen aufeinander Acht geben, uns kümmern, füreinander da sind, niemanden links liegen lassen, bekommt man hier immer wieder mit.

Gleiches gilt auch für die Entwicklung des Unternehmens. Wo in vielen anderen Firmen beispielsweise Entscheidungen über die Besetzung des Führungspersonals von oben herab getroffen und die Mitarbeiter so meist vor vollendete Tatsachen gestellt werden, setzt man bei Gontermann-Peipers auf die Expertise und Weitsicht der eigenen Mannschaft. „Wenn es bei uns um den Nachwuchs geht, werden alle wichtigen Mitarbeiter mit ins Boot geholt. Sprich: Wir müssen dann unsere Einschätzung abgeben, ob jemand von den Jüngeren für eine Führungsposition geeignet ist. Das passiert allerdings nicht hinter seinem Rücken, sondern ganz offen: „Wir treffen uns in Meetings und schauen, wie der Kandidat akute Probleme lösen würde. Wir begleiten ihn dann bei den Schulungen und bei seiner Weiterentwicklung zur Führungskraft – so, wie man das in einer Familie nun mal macht, wenn man seinen Nachwuchs für das Leben fit macht!“