Historie

Tradition verpflichtet


Die mutige Gründung im Jahre 1825 aus kleinsten Anfängen, beflügelt durch Erfolge und oft genug durch schwierige Ereignisse am schnelleren Fortschritt gehindert, hat letztlich zum Unternehmen Gontermann-Peipers in seiner heutigen Bedeutung geführt.
Die bewegte Firmengeschichte zeigt hierbei sehr deutlich, dass im Mittelpunkt allen Geschehens immer die Zusammenarbeit der Menschen steht.

Menschen sind es, die Innovation bewirken, die mit Erfahrungen aus der Vergangenheit die Zukunft gestalten, die sich dem Zyklus von verheißungsvollen und weniger erfreulichen Perspektiven immer wieder stellen müssen.

Umso mehr kommt mit Blick auf das gegenwärtig Erreichte Freude und Dankbarkeit auf.

Ein besonderer Dank gebührt dabei unseren zahlreichen Kunden in aller Welt – sie sind unsere Arbeitgeber im eigentlichen Sinne, sie haben in Partnerschaft mit uns maßgeblichen Anteil an den heutigen Geschäftsaktivitäten von Gontermann-Peipers.

Dank gilt ebenso allen aktiven und ehemaligen Mitarbeitern, die in guten und schwierigen Phasen zum gemeinsamen Erfolg beigetragen haben.

Nicht zuletzt gebührt der Dank den Anteilseignern unseres Unternehmens. Sie haben mit Entschiedenheit dafür eingestanden, die mittelständische Struktur von Gontermann-Peipers über fünf Generationen am Standort Siegen zu erhalten und zu festigen.

Grundriss Sieghütte

1825 Gründung am Standort "Sieghütte"

Geschäftsgründung in bescheidenen häuslichen Anfängen durch Johann Heinrich Breidenbach.

Dieser hatte zuvor als Lehmformer in Marienborn gearbeitet und stellte nun in seinem häuslichen Betrieb hauptsächlich Öfen und Glühtöpfe zum Ausglühen von Draht her.

Historischer Grundriss des Breidenbach-Hauses, die Grundlage des späteren Werkes "Sieghütte"

Portrait Gustav Gontermann
Diplom
Portrait Gustav Gontermann
Diplom

1847/55 Eintritt von Gustav Gontermann

1847 heiratet die jüngste Tochter von J. H. Breidenbach den Kaufmann Gustav Gontermann, der sogleich in das Geschäft des Schwiegervaters einsteigt und dem Unternehmen seinen Namen gibt.

Seit 1855 werden Gussteile und auch erste Walzen hergestellt.



1883 Gründung der Emil Peipers AG

Wo heute das Werk "Hain" steht, hatte 1880 Emil Peipers in der Nachbarschaft zur Hainer Hütte eine Gießerei übernommen, die ab 1883 als Aktiengesellschaft geführt wurde.

Im Geschäftsjahr 1883/84 lag die gesamte Produktion bei 701 Tonnen, davon bereits 325 Tonnen Walzenguss.

Patentschrift
Patentschrift

1894 Patent zur Herstellung von Hartguss

Diese auch "Patent Peipers" genannte Neuerung betraf die Kokillen-Innenfläche, die die Abkühlung positiv beeinflusste.



1899 Neubau in Marienborn

Mit dem Neubau des Werkes Marienborn wurde 1898 begonnen. Der erste Walzenabguss erfolgte im neuen Werk am 15. Juli 1899.

Die Fa. Gontermann produzierte die schweren Walzen in Marienborn und die leichteren überwiegend weiter an der Sieghütte bis 1914. Danach wurden Walzen ausschließlich im Werk Marienborn gefertigt.


1920/30 Gießverfahren

Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre wurden in der zusammengeschlossenen Firma Versuche mit der Verbundguss-Walze gefahren, die bis in die Gegenwart eine Kernkompetenz ausmacht. Während der 30er Jahre gab es zudem erste erfolgreiche Versuche mit vertikalen Schleudervorrichtungen.


1927 Verschmelzung zur „Gontermann-Peipers GmbH“

1927 schlossen sich die Firmen Peipers & Cie. AG und das Familienunternehmen Gustav Gontermann GmbH zu dem neuen Unternehmen „Gontermann-Peipers GmbH“ zusammen. Seither ist der Firmenname in der Branche weltweit ein Begriff.


1939-45 Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau

Außer den traditionellen Produkten wurden während der Zeit des Zweiten Weltkrieges (1939-45) auch schwere Granaten in Dauerformen bei Gontermann-Peipers gegossen. Gegen Ende des Krieges wurden beide Werke Hain und Marienborn durch Bombardierungen beschädigt.

Nach Kriegsende begann der teilweise beschwerliche Wiederaufbau der Werke. In den 50er Jahren zog die Verwaltung in das neu errichtete Verwaltungsgebäude in der Hauptstraße 20.



1950 Entwicklung des Gontermann-Peipers- Stahlverbund-Gießverfahrens "DPS"

Dieses im Jahre 1950 von Gontermann-Peipers entwickelte Verfahren erlaubt den Abguss von Walzen mit unterschiedlichen Stahlwerkstoffen für Walzenmantel und Walzenkern.

Gießtemperatur, Gießgeschwindigkeit, Zusammensetzung und Mengen der Mantel- und Kernwerkstoffe bestimmen wesentlich die Qualitätseigenschaften der Walze.

Walzenrendering
Wiederaufbau

1950/60 Weiterentwicklungen

Mit der Stahlverbund-Stützwalze ging Gontermann-Peipers ab dem Jahr 1950 auf den Markt.

Während der gleichen Dekade ging 1958 der erste Lichtbogenofen in Marienborn in Betrieb.


1965 Entwicklung des Gontermann-Peipers-Vertikal-Schleuder-Gießverfahrens

Das Gontermann-Peipers-Vertikal-Schleudergießverfahren (Vertical Spincasting Process/VSP) erlaubt Kokillendrehzahlen von bis zu 800 UPM. Die hohen Fliehkräfte und flexiblen Anpassungsmöglichkeiten bieten sehr gute Materialeigenschaften, eine fehlerfreie Verbindung zwischen Mantelschicht und Kern, lunkerfreie Erstarrung und hohe Gleichmäßigkeit.


1970 Grobblechwalze weiterentwickelt

Die Kundenwünsche nach immer breiteren Grobblechen erforderten entsprechend große Grobblechwalzwerke. Gontermann-Peipers folgte diesen Anforderungen in der eigenen Walzenproduktion mit erweiterten Abmessungen und erhöhten Stückgewichten bis zu 265 Tonnen.


1978 Entwicklung des ECM-Verfahrens

Für die Spannungs-, Härte- und Restaustenitbestimmung ist bei Gontermann-Peipers seit 1978 die Elektro-Chemische Messstellenpräparation "ECM" im Einsatz. Diese Prüfmethode hat entscheidend zu Qualitätsverbesserungen beigetragen.


1985 Beginn der Produktion von großen Gussblöcken

Insbesondere für Hydraulikindustrie werden große Gussblöcke von beispielsweise 1m x 1m x 1m in unterschiedlichen Qualitäten gegossen.


1989 Stützwalzen-Neuentwicklung

Infolge der  Entwicklung von CrMoV-legierten Stahlverbund-Stützwalzen konnte der Stützwalzenverschleiß insbesondere in Warmbandstraßen erheblich reduziert werden.


1992 Entwicklung der verbundgeschleuderten HSS-Arbeitswalze

Diese neue Generation von Arbeitswalzen mit sehr hoher Verschleißfestigkeit hat neue Maßstäbe für den Walzenverbrauch in Warmbreitbandstraßen gesetzt.


1993 Neubau

In diesem Jahr entsteht der Neubau des Schmelz- und Gießbetriebes Werk Hain. Noch im gleichen Jahr wird hier die Produktion von Mahlwalzen aufgenommen.

Die 90er - Neue Aspekte

Seit Mitte der 90er Jahre vollzieht sich im gesamten Unternehmen eine forcierte Modernisierung in der Kundenbetreuung, der technischen Organisation sowie im Human Resource Management. Diese Anstrengungen dienen dazu, den wachsenden Anforderungen unserer Kunden sowie denen unserer Mitarbeiter gerecht zu werden.


2000 Umbau Werk Hain

Von Sommer 2000 bis Herbst 2001 wurde das Bürogebäude des Werkes Hain umgebaut und die Bürofläche erweitert.

2001 Neubau – Verlängerung der “D-Halle”

Um die Fertigungskapazitäten auszubauen, ließ Gontermann-Peipers eine Halle
um 800 Quadratmeter Nutzungsfläche erweitern.

Hier fanden drei Fertigungsmaschinen Platz:

  • eine Drehbank CNC
  • ein Bohrwerk CNC
  • eine Tiefbohrmaschine


2002 Anbau – Verlängerung der Formerei

Aufgrund geplanter Produktionssteigerungen wurde die Formerei des Werkes Hain durch einen Anbau verlängert.

2006 Gontermann-Peipers verschickt die 1000-ste Vorgerüst-Arbeitswalze in der High-Tech-Qualität HCS-H


Bei der HCS-H handelt es sich um eine neue Walzengeneration, die aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften bei Stückgewichten bis 37 Tonnen in mehr als 70 Kundenwerken in 24 Ländern eingesetzt wird.

2007 Gegossene Chromstahl-Verbund-Stützwalze: Gontermann-Peipers versendet 2000-ste Walze


Die 2000-ste bei Gontermann-Peipers gefertigte Chromstahl-Verbund-Stützwalze wurde am 4.06.2007 fertig gestellt. Gontermann-Peipers entwickelte diesen im Verbundguss-Verfahren hergestellten Stützwalzentyp mit 5 % Chrom und 1% Molybdän im Mantelwerkstoff in den 90-ger Jahren unter der Bezeichnung AST70X und produzierte seither insgesamt 2000 Walzen mit Stückgewichten bis ca. 100 Tonnen für beinahe 100 Kundenwerke in 27 Ländern.

2007 neuer Kran


Neuer Kran bringt mehr Flexibilität in der Gontermann-Peipers-Glüherei und ein noch problemloseres Befördern auch großer Walzen bis zu 200 Tonnen Stückgewicht.

2007/2008 Erweiterung der Hallenflächen im Werk Hain


Wegen des hohen Auftragsvolumens und damit einhergehendem Platzbedarf wurden im Werk Hain die Lagerflächen um 1900 Quadratmeter vergrößert. Hierzu erhielt die bestehende „Modellhalle“ eine Verlängerung um 80 auf 120 Meter.

2008/ 2009 Investitionen im Werk Marienborn

Investitionstätigkeit bei GP ungebrochen
Investitionstätigkeit bei GP ungebrochen
Investitionstätigkeit bei GP ungebrochen

Mit 12,5 Meter Länge, 3,5 Meter Breite und 2,1 Meter Höhe kann der neue Gontermann-Peipers-Wärmebehandlungsofen eine Grobblechstützwalze bis zu 200 Tonnen Glühgewicht oder mehrere kleinere Stützwalzen aufnehmen.

Für die Modernisierung der Kokillendrehbank „KDB1000“ wurden 1.300.000,- Euros aufgewandt.

Das neue Gontermann-Peipers-Zweiwegefahrzeug kann mit 18,5 Tonnen Eigengewicht sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene fahren.

2009 weitere Gontermann-Peipers Investition

Die größte Walzendrehmaschine der Welt, die seit 1975 bei Gontermann-Peipers in Betrieb ist, wurde im Jahr 2009 mit einem Aufwand von 3,8 Mio. € vom Hersteller, der Firma Herkules, generalüberholt und erhielt eine neue Siemens-CNC-Steuerung.

Die Generalüberholung die weltweit größten Walzendrehbank war nur eine der
GP-Investitionen in 2009.

Im Werk Hain wurde zur Bearbeitung von Kokillen ein neues Bohrwerk in Betrieb genommen.


Zur besseren logistischen Abwicklung des Walzenversands übernahm Gontermann-Peipers den alten Bahnhof Kaan-Marienborn und gestaltete diesen neu.



Zusätzliche 3500 m² Produktionsfläche und andere Vorteile erhält Gontermann-Peipers durch den Kauf des Firmengeländes von dem Unternehmen Kabelschlepp.